Adventskalender Türchen 13

Freitag, der 13. – eine Geschichte

,,Muss ich in die Schule?“, frage ich meine Mutter beim Frühstück. ,,Ja, musst du!“, antwortet sie nur streng und fügt noch hinzu: ,,Und jetzt geh los, du bist spät dran.“

Beleidigt ziehe ich mir meine Jacke und Stiefel an. Ich stapfe aus dem Haus und höre noch meine Mutter ,,Tschüss“ rufen, bevor ich um die nächste Ecke verschwinde. An meiner Bushaltestelle angekommen sehe ich direkt, wie der Bus angefahren kommt. Bereit einzusteigen ziehe ich meine Busfahrkarte aus der Jackentasche und – der Bus fährt vorbei? ‘Hä? Was ist denn jetzt los?‘

Plötzlich ertönt ein Hupen und ich zucke zusammen. Ein Auto hält an meiner Haltestelle und mein Vater, der hinter dem Steuer sitzt, sagt: ,,Steig ein. Ich habe gesehen, dass der Bus vorbeigefahren ist. Der Fahrer hat wahrscheinlich gedacht, dass du nicht zur Schule musst, schließlich hast du keinen Ranzen. Deine Mutter ist ausgerastet, als sie das bemerkt hat.“ ,,Warte mal was?“, frage ich irritiert, als mir auffällt, dass ich nichts auf dem Rücken habe, was mein Vater mit einem Lachen kommentiert.

‘Wieso ist mir das nicht aufgefallen?‘

Schnell steige ich ins Auto und mein Vater fährt los.

An der Schule angekommen springe ich aus dem Auto, schnappe mir meine Tasche, verabschiede mich von meinem Vater und renne in das Schulgebäude.

Mit fünf Minuten Verspätung komme ich schließlich in meinen Klassenraum gestürmt.

,,Entschuldigung, der Bus hat nicht gehalten“, spreche ich los.

‘Warum ausgerechnet bei dieser Lehrerin? Sie hast mich!‘

,,Ja ja, der Bus hat nicht gehalten. Na ja, wenn du schon mal zu spät kommst, hast du ja bestimmt nichts dagegen, wenn wir deinen Test zum Besprechen nehmen. An alle anderen, keine Sorge, schlechter als ihren Test gab es nicht“, sagt sie und lächelt mich fies an.

‘Danke für gar nichts.‘

In der Pause gehe ich mit meinen Freunden nach draußen. Die ganze Stunde über wurde ich von den Jungs aufgezogen, da ich sonst immer nur gute Noten habe und sie aufziehe, was bei diesem Test ja leider andersrum ist.

,,Hast du gar nichts zum Essen mit?“, fragt mich meine beste Freundin. ,,Ah, Mist. Hab ich zuhause liegen gelassen, genauso wie mein Trinken.“, antworte ich deprimiert.

‘Und das natürlich an dem einzigen Tag in der Woche, an dem wir Sport haben‘

Nach der Pause gehen wir zur Sporthalle und warten erstmal 10 Minuten. Schließlich kommt unsere Lehrerin angerannt. ,,Tut mir leid für die Verspätung, im Lehrerzimmer gab es so viel zu – woah!“ Ein lauter Knall ertönt und unsere Lehrerin liegt auf dem Boden. Sofort kommt unser Klassen-Sanitäter angerannt und hilft ihr auf. Die Klassensprecher gehen sofort los ins Sekretariat und kommen mit einer Lehrerin zurück. Sie sagt:,, Keine Sorge, der Krankenwagen ist unterwegs!“ und kniet sich herunter, um unsere Lehrerin irgendwie zu beruhigen.

Es klingelt zur 2. großen Pause und wir werden von unserem Vertretungslehrer rausgeschickt. Nachdem ein Krankenwagen unsere Lehrerin mitgenommen hat, kommt ein Lehrer und lässt uns Mathe-Aufgaben machen.

In der Pause werde ich ins Sekretariat gerufen. Als ich ankomme, wird mir gesagt: „Oh, tut mir leid. Ich habe den falschen Namen gesagt. Du kannst wieder gehen.“

Ich gehe also wieder auf den Schulhof und verbringe die restliche Pause damit, meine Freunde zu suchen.

‘Wo sind die denn bitte?!‘

Schließlich klingelt es und ich gehe zu meinem Französischraum. Für uns stand die ganze Woche über dran, dass wir die 6. Stunde Entfall haben, allerdings sagt uns unsere Lehrerin jetzt, dass wir doch keinen Entfall haben.

‘Na toll.‘

Endlich erklingt die Klingel das letzte Mal für heute. Ich steige in den (mal wieder) überfüllten Bus und halte mich an einer Stange fest. Plötzlich höre ich ein Niesen. Jemand neben mir hat in seine Hand geniest und fasst jetzt die Stange an, an der ich mich auch festhalte. Es kommt eine Kurve und ich falle mit ordentlich Schwung gegen ein Mädchen. Nachdem ich mich tausendmal entschuldigt habe, springe ich aus dem Bus, nur um festzustellen, dass ich jetzt noch knapp 2 km nach Hause laufen darf. Eigentlich will ich meine Eltern anrufen, doch mein Handy hat keinen Akku mehr.

Zuhause angekommen gehe ich rein und kommentarlos auf mein Zimmer. Auf dem Nachhauseweg bin ich 6 Mal ausgerutscht, habe einmal meinen Ranzen fallen gelassen und wurde von 2 Autos, die durch eine Pfütze neben mir gefahren sind, nass gespritzt. Ich habe darüber nachgedacht, warum der Tag heute so schrecklich ist, und bin darauf gekommen, dass es an Freitag, dem 13., liegt.

Das Gleiche sage ich auch meinem Vater, der nur lacht. Er bietet mir allerdings freundlicherweise an, mir Essen und Trinken für den Rest des Tages zu bringen.

Kurz gesagt: Es ist Freitag der 13., der heutige Tag hasst mich, ich bleibe ab sofort im Bett und stehe erst morgen wieder auf.

von Lana

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.