Rechtsextremismus – in kurz

Überall im Internet, in den Nachrichten und auf der Straße begegnet man dem Begriff Rechtsextremismus. Was ist das überhaupt? Ist das was Schlimmes?

Rechtsextremismus ist weltweit zu finden. Auch in unserer Gegend. In Eschede z.B. finden Demonstrationen gegen regelmäßige Treffen von Neonazisten auf einem Bauernhof nahe Eschede statt. Eine der letzten war am 19.6.21. Ich möchte an dieser Stelle gerne Max-Hinrich Werner zitieren, einen ehemaligen Schüler unserer Schule, welcher auf der Demo eine Rede hielt: „Solche grausamen Taten dürfen nie wieder passieren und wir müssen die Ursachen – Rassismus und Rechtsextremismus – bekämpfen!“ (Ich bedanke mich bei Max, dass er mir seine Rede zur Verfügung gestellt hat.)

Damit man versteht, was man bekämpfen sollte, hier nun zuerst eine Erklärung, was mit dem Wort „Rechtsextremismus“ gemeint ist. Er bedeutet nicht überall dasselbe. Neben einem gemeinsamen Kern gibt es, je nach Land, unterschiedliche gesellschaftliche Voraussetzungen, da sich die Bezeichnung „rechts“ immer auf einen konkreten geschichtlichen Kontext bezieht. 

Man verwendet den Begriff „Rechtsextremismus“ bei uns für neonazistische Ideologien. Rechtsextreme wollen ihre Meinung und ihre Gesinnung als einzige in der Gesellschaft gelten lassen. Rechtsextremisten lehnen die Demokratie ab und wollen den Staat nach ihren Vorstellungen verändern. Dazu verfolgen sie beispielsweise andere Menschen, die nicht ihrer Meinung sind. Bei organisierten rechtsextremen Gewalttaten spricht man von Rechtsterrorismus.

Die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland (30.1.1933- 8.5.1945) ist für viele politisch rechts Gesinnte ein Vorbild, welches sie wiederbeleben wollen (Neonazismus). Daher kommt auch die Bezeichnung „Neonazi“, also „neue Nationalsozialisten“. 

Rechtsextremisten verachten Menschen, die nicht ihrer Nation oder ihrer „sogenannten Rasse” angehören, eine nicht ihrer Norm entsprechende Sexualität empfinden, körperlich oder geistig behindert sind oder einer anderen Religion als der ihren angehören. Sie sind der Meinung, dass die Stärkeren das Recht zum Leben und zur Freiheit hätten und dass sie es wert seien, geschützt und gefördert zu werden. Je schwächer, desto weniger wert und desto weniger Lebensrecht.

Rechtsextremismus teilt sich in ein großes Spektrum mit mehreren Teilen. Es gibt zum Beispiel Parteien und aktionsorientierten Rechtsextremismus. Zu den Parteien zählen die NPD, allerdings auch die Parteien „Die Rechte“ und „Dritter Weg“ sowie Teile der AfD, welche generell eher politisch rechts eingestellt ist. Rechtsextremisten verbreiten ihre Meinung und Ideologie sowohl durch Vereine, politische Kundgebungen, Seminarangebote, Publikationen als auch durch Internet und Social Media Auftritte.

Der „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ist ein Beispiel für rechtsterroristische Machenschaften in den letzten Jahren, welche das Leben von 10 Menschen durch Anschläge brutal beendet und das vieler anderer stark negativ beeinflusst hat.

Leider können wir an dem, was zur Zeit des Nationalsozialismus passiert ist, nichts mehr ändern. Aber ich schließe mich der kürzlich verstorbenen Esther Bejarno (1924-2021) an, die meinte: „Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt. Ihr müsst alles wissen, was damals geschah. Und warum es geschah.“

Clarissa Wellnitz

von Clarissa Wellnitz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.