Wusstet ihr, dass unsere Schule eine Schach-AG hat?

Ich bis vor Kurzem auch nicht. Aber es gibt sie und sie hat an einem Wettbewerb teilgenommen. Ob sie gewonnen haben, und wenn ja, das konnte ich sie persönlich fragen, und zwar in einem Interview.

Meine Interviewpartner waren Rainer Heller, Julien Bibaj und Sinan Aktas. Eigentlich sollte auch noch Karl Diederichs dabei sein, leider ist er krank geworden.

(Kleiner Hinweis: Das Interview ist vom Anfang des Jahres und wurde durch Corona verzögert, ist also nicht mehr top-aktuell.)

Auf die Frage, ob die Schachspieler die AG auch anderen empfehlen würden, sehen die Schüler vor allem ihren Lehrer, Herrn Frese, als guten Grund an, der „einer der besten Schachlehrer“ überhaupt sei. Als weitere Gründe wurde Folgendes genannt:

Rainer: Es stärkt das logische Schlussfolgerungsvermögen. Wenn man Schach spielt, steigert man nicht nur sein Schachkönnen, sondern auch grundsätzlich Sachen wie…

Julien: Strategie…

Rainer: Taktik, optisches Vorstellungsvermögen und es hilft ziemlich gut in Mathe.

Dass die Schachspieler überraschend viel Humor haben, zeigte sich an den Antworten zur Frage, welche Fähigkeiten man mitbringen müsste?

Rainer und Sinan: Gar nichts, nur dich selbst.

Rainer: Ein bisschen Denken.

Julien: Hände wären gut.

Rainer: Ja, Hände wären gut. [lacht] Was man mitbringen sollte, wäre eigentlich die Fähigkeit, sich merken zu können, was man tut und was man nicht tut.

Herr Frese: Spaß am Problemlösen.

Schülerzeitung (SZ): Spielt ihr auch zu Hause viel Schach oder eher in der AG?

Sinan: Auch zu Hause sehr oft.

Julien: Ich spiele mit meinem Opa.

Rainer: Also ich spiele im Verein und immer dann, wenn meine Mutter irgendein Schachspiel am Handy hat, und ich spiele immer dann, wenn Oliver Meschke streamt, nämlich Dienstagabend. (Anm. d. Red.: Oliver Meschke betreibt als Schachlehrer eine Internetseite und streamt auf Twitch.)

Die Schüler sind sich nicht einig, ob man viel trainieren muss, um gut im Schach zu sein. Manche trainieren viel, anderen fällt es zu. Aber man solle sich schon systematisch damit beschäftigen, dann lerne man es schneller. Außerdem solle man gegen bessere Spieler spielen, nicht gegen schlechtere. In der AG wird sowohl Theorie behandelt als auch gegeneinander gespielt – manchmal mit Zeitlimit wie im Wettkampf, manchmal ohne.

SZ: Glaubt ihr, jeder kann Schach lernen, oder ist das nur was für Hochbegabte?

Julien: Jeder.

Rainer: Das ist genau wie beim Zauberwürfel, es kann jeder lernen, man muss es nur lernen wollen, also wirklich, wirklich wollen. Einfach nur „probieren wir mal aus“ reicht nicht, wenn man wirklich gut werden will.

SZ: Ärgert ihr euch manchmal, wenn ihr verliert?

Sinan: Immer.

Julien: Ja, absolut.

Rainer: Wenn ich so eine halbe Stunde an meinem Zug überlege und ihn dann setze und ich dann am Ende feststelle: „Verdammt, warum habe ich nochmal meine Dame eingestellt?“, ärgere ich mich dermaßen, aber sonst normalerweise nicht.

SZ: Ihr habt ja vor Kurzem an einem Wettbewerb teilgenommen, was war das für ein Wettbewerb?

Julien: Das war ein Wettbewerb, wo verschiedene Schulen gegeneinander angetreten sind. Da haben wir uns mit dem ersten Platz für das nächste Turnier qualifiziert. Das war dann in Buchholz, da sind wir Zweiter geworden. Wären wir Erster geworden, wären wir weitergekommen, aber es hat leider nicht ausgereicht.

Sinan: Sehr knapp.

Herr Frese: Wenn wir da auch noch gewonnen hätten, dann hätten wir im niedersächsischen Landesfinale gespielt, wo also die besten Schach-AGs aus Niedersachsen spielen. Knapp an Lüneburg gescheitert.

Sinan: Sehr, sehr knapp.

SZ: An welchem Wettbewerb plant ihr als Nächstes teilzunehmen?

Rainer: An demselben noch mal.

Julien: Also gemeinsam an demselben noch mal, denke ich. Rainer zum Beispiel spielt ja im Schachklub, der wird dann alleine noch ein paar Turniere haben, aber wir so als AG, da wird wahrscheinlich das nächste Turnier wieder dasselbe.

Herr Frese: Zwischendurch ist noch ein Einzelturnier dabei. Es gibt immer in regelmäßigen Abständen Einzelturniere, auch für Schüler, die finden aber meistens am Samstagvormittag statt.

Rainer: Egestorf!

SZ: Habt ihr Vorbilder, die Schach spielen?

Rainer: Nein. Ich halte mich grundsätzlich fern von Vorbildern, ist nicht meins.

Sinan: Mein Vater und Herr Frese.

Julien: Mein Opa und unser Schachlehrer natürlich.

SZ: Okay, vielen Dank für eure Zeit!

Das Interview führte Conrad Klugkist.

von Conrad Klugkist

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