Hausaufgaben: Sinnvoll oder reine Zeitverschwendung?

Fast jeden Tag und in jedem Fach muss man sie nach der Schule in seiner Freizeit noch erledigen – die Hausaufgaben. Was dieses Thema angeht, sind sich wahrscheinlich alle Schülerinnen und Schüler einig: Viele empfinden sie als völlig sinnlos und meinen, dass man daraus sowieso nichts lernt.

Doch sind Hausaufgaben wirklich so sinnlos oder steckt tatsächlich ein Sinn dahinter?

Hauptsächlich sind Hausaufgaben zur Wiederholung des im Unterricht Gelernten gedacht. Zuhause soll das Gelernte meist angewendet und vertieft werden. Allerdings versuchen viele Schülerinnen und Schüler die Zeit, die man für das Erledigen der Hausaufgaben benötigt, so kurz wie möglich zu halten. Dadurch überlegt man häufig nicht, was man schreibt und ob es überhaupt richtig ist. In diesem Fall wird der Sinn natürlich nicht vollständig erfüllt.

Durch das Einteilen der Hausaufgaben sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, sich auch die Zeit selbstständig einzuteilen. Außerdem fördern Hausaufgaben das kreative Denken und man lernt, die eigene Meinung zu vertreten. Nicht zuletzt trainiert man damit das Erkennen vieler Fehler und vermeidet diese dann zum Beispiel in Klassenarbeiten, wodurch sich die Noten verbessern können. So viel also zum gedachten Sinn der „Freizeitkiller“.

Natürlich klingt das alles schön und gut, aber in der Realität scheinen die Hausaufgaben für viele Schülerinnen und Schüler trotzdem nicht wirklich etwas an den Leistungen zu verbessern. Oder etwa doch?

Genau darum ging es in einer Umfrage der Fakultät Erziehungswissenschaften der Technischen Universität Dresden, an der 1300 sächsische Ganztagsschüler und 500 Lehrer teilgenommen haben. Ein Drittel der Lehrer gab an, bei etwa einem Viertel der unterrichteten Schüler keine Leistungsverbesserung bemerkt zu haben. Und nur ein Drittel der Schülerinnen und Schüler glaubte wiederum, dass sich Hausaufgaben positiv auf die schulische Leistung auswirken.

Es lässt sich also laut der Studie sagen, dass Hausaufgaben allgemein bloß als Ritual nach der Schule gesehen werden und die schulische Leistung weder positiv noch negativ beeinflussen. Denn wenn man den Stoff bereits in der Schule nicht verstanden hat, werden sich die Übungen zu Hause durch bloßes Wiederholen auch nicht groß auf die schulische Karriere auswirken.

Der pensionierte Gymnasiallehrer Werner Meyer, welcher bereits 29 Jahre lang im Schuldienst war, argumentiert hingegen differenzierter: „Hausaufgaben als sinnvolle Ergänzung zum Unterricht oder als Vorbereitung auf neuen Stoff haben vor allem bei geisteswissenschaftlichen Fächern, bei Deutsch oder Fremdsprachen Sinn. Denn hier müssen die Schüler trainieren, wie man richtig recherchiert, formuliert oder freie Texte schreibt. Dazu ist in der Schule oft zu wenig Raum und Ruhe.“

Als Fazit lässt sich also feststellen, dass das Erledigen der Hausaufgaben grundsätzlich nur sinnvoll ist, wenn man sich für diese genug Zeit nimmt, sicher stellt, alles verstanden zu haben und die Aufgaben als sinnvolle Übungen und nicht bloß als Ritual ansieht. Denn schließlich muss man seine Hausaufgaben so oder so erledigen und muss daraus dann das Beste machen.

 

Quelle: http://www.t-online.de/eltern/schulkind/id_58992180/hausaufgaben-unsinniges-ritual-oder-sinnvolle-lern-uebung-.html

von Emilie Heinz

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