ERASMUS-Projektwoche „Xenophobia“

Ein Rückblick

Xenophobia-MMFF ist ein Erasmus-Projekt und wird im Rahmen der
„Strategischen Schulpartnerschaften“ von der Europäischen Union seit September 2017 bis Mai 2020 gefördert.

Es dient der Zusammenarbeit zur Förderung von Innovation von fünf Partnerschulen in Frankreich, Polen, Griechenland, den Niederlanden und Deutschland. 

Xenophobia-MMFF ist ein Projekt, das die Angst vor fremden Situationen und Menschen thematisiert und zugleich die Chancen neuer, unerwarteter Begegnungen musikalisch aufzeigt.

Die beteiligten Lehrenden, Lernenden, Musiker und Künstler wollen dabei einerseits herrschende Ängste vor dem Fremden bewusst machen und abbauen, das Selbstbewusstsein stärken und die Notwendigkeit des produktiven Umgangs mit dem Fremden erfahrbar machen, üben und vertiefen.

Durch Projektwochen, öffentliche Konzerte und Infoabende sind alle Mitglieder der Schulgemeinschaften und die lokale Öffentlichkeit einbezogen. (Birgit Kammerlohr)

Eine solche Projektwoche fand am Immanuel-Kant-Gymnasium vom 9.9.-13.9.2019 statt. Alle Schülerinnen und Schüler arbeiteten in dieser Woche in Projektgruppen und stellten sich am Freitag ihre Ergebnisse vor. Im Folgenden schildern die Redakteure der Schülerzeitung ihre Eindrücke aus der Projektwoche.

Meine Wahl der Kurse in der Projektwoche fiel auf „Camp!“ und das kann ich nicht bereuen. In diesem Projekt ging es natürlich nicht darum, wirklich zu campen (auch, wenn das eine super Idee gewesen wäre), sondern um den Eigenbegriff „Camp“, der an sich viel interessanter ist. Camp ist nämlich eine Stilrichtung, die vor allem in den 60ern und 80ern aufgekommen ist und für eine lange Zeit vor allem von der LGBT-Szene genutzt wurde. „Campy“ Sachen sind so besonders diejenigen, die sehr kitschig und übertrieben sind – so kitschig, dass sie gerade diese ins Lächerliche ziehen und so die Normen der Gesellschaft kritisieren. In der heutigen Pop-Kultur zeigen so zum Beispiel Drag-Queens und auch die Musicals „Hairspray“ oder „Rocky Horror Show“ wunderbar, was diesen besonderen Stil ausmacht.

In unserem Projekt haben wir uns diesem Thema nun anhand von Filmen, einem Q+A zum Thema LGBTQ+ und vielen Gesprächen genähert, und am Ende sogar selbst Fotos entworfen, die diesen campen Stil beinhalten sollten, was die meisten von uns für eine gute Sensibilisierung für das Thema erachtet haben.

Auch die anderen Projekte, die ich gesehen habe, schienen recht gut gelaufen zu sein – so gab es beispielsweise beeindruckende Endergebnisse bei dem Projekt: No Limits, in welchem es darum ging, in eigenen Kurzfilmen die Thematik von Grenzen oder Limits aufzugreifen und diese dann auch in einem echten Wettbewerb einzureichen. Auf das Ergebnis unserer Schule müssen wir leider noch warten, aber wir können ihnen nur die Daumen drücken 😊.

Ängste waren ebenfalls ein Thema, das in dieser Woche häufig vertreten war. So hat sich das Projekt von Julia Knoop zum Beispiel mit den psychologischen und biologischen Aspekten dieser Ängste beschäftigt. Die Schülerinnen und Schüle sind ebenfalls zu zufriedenstellenden Ergebnissen gelangt, die auch nachvollziehbar im Raum ausgestellt und wirklich interessant waren.

Im Endeffekt könnte ich sagen, dass diese Woche für mich persönlich ein voller Erfolg war – ich habe absolut kein Projekt gesehen, dass in irgendeiner Weise langweilig war, und trotz des eher engen übergeordneten Themas „Xenophobia“ gab es eine erstaunlich weite Vielfalt an Projekten. Besonders schön sind natürlich auch die kunstvoll verzierten Planeten, die seit dieser Woche in unserem Naturwissenschaftstrakt hängen. (Maxine)

Bei dem Projekt „Umweltschutz durch Recycling?“ haben die Schüler gelernt, wie Plastik hergestellt und nach dem Nutzen weiterverwendet wird oder auch nicht. Sie kamen aber auch zu erschreckenden Erkenntnissen über unseren Plastikmüll. Im Laufe der Woche wurde eine Radtour zur Mülldeponie in Celle gemacht und Müll in Lachendorf gesammelt. Das Resümee der Woche ist, dass unter anderem die Deutschen viel zu viel Plastik produzieren. (Mara)

Bei meinem Projekt haben die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Masken aus Draht und Pappmaschee gebastelt. Die Masken sollten den üblichen perfekten und hübschen Masken widersprechen. Außerdem wurden Plakate zu verschieden Kulturen und deren Masken erstellt. (Lana)

Ich war in der Bühnentechnik-Gruppe beim Erasmus-Musical in der Projektwoche. Ich habe mich im zweiten Teil um die Lichttechnik gekümmert und noch diverse Nebenaufgaben erledigt, zum Beispiel habe ich am Anfang den Vorhang aufgemacht und den Chor reingelassen. Das Musical ist eine Zusammenarbeit vieler Erasmus-Schulen auch im Ausland. Es soll auf soziale Missstände in unserer heutigen Gesellschaft aufmerksam machen, insbesondere auf Fremdenfeindlichkeit.

Der erste Teil spielt in einem fiktiven Land namens Flavonien, in dem Krieg herrscht. Es wird von einem König regiert, der nicht bereit ist, Flüchtige aufzunehmen und der einen im Rollstuhl sitzenden Sohn hat, den er allerdings geheim halten möchte. Dieser flieht dann mit Arabella, einem Mädchen aus der Gruppe der Flüchtlinge, in ein benachbartes Königreich. Der zweite Teil ist eine Talkshow, in der die Ereignisse des ersten Teils aus verschiedenen Perspektiven diskutiert werden.

Das Musical wurde bereits aufgeführt und zwar in Myslovice (Polen) und auch im Mai 2019 bei uns auf Englisch. Es wird auch weiterhin international aufgeführt werden, so wie zuletzt in Naaldwijk in den Niederlanden.

Aber auch auf Deutsch war das Musical ein voller Erfolg und dem Publikum schien die Aufführung gefallen zu haben. (Conrad)

von Redaktion

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