How To Czech 1 – Der Besuch aus dem Osten

Leute aus anderen Ländern und Kulturkreisen kennenzulernen, ist generell immer spannend. Wenn man es hinbekommt, die eigenen Rituale nicht dem anderen aufzwingen zu wollen, worauf dieser sich daraufhin natürlich wehren könnte, kann man viel voneinander lernen und eine ganz neue Sicht auf die Welt und das Leben bekommen.

Als sich 13 Schüler des IKG am Montagabend des 16. Oktobers bei den Bushaltestellen aufstellten und darauf warteten, ihre tschechischen Austauschschüler in Empfang zu nehmen, wusste noch keiner so recht, was eigentlich auf uns zukommen würde. Geschweige denn, wie wir uns verständigen würden. Die tschechischen Schüler lernen zwar Deutsch als Fremdsprache in der Schule, aber uns wurden trotzdem Hände und Füße wärmstens empfohlen. Kurz gesagt, wir waren alle, obwohl die meisten sich natürlich schon im Voraus mit ihren Partnern ausgetauscht haben, ziemlich nervös.

Entgegen unseren Erwartungen wurde der erste Abend mit unseren Partnern zuhause aber schon direkt ziemlich lustig. Es wurden extra tschechische Gastgeschenke mitgebracht und ein kleiner Kulturaustausch ist auch immer amüsant. Witzig (für uns) war auch, dass die Tschechen nicht die geringste Ahnung von dem hatten, wie viel wir die Woche eigentlich mit ihnen vorhatten. Das hat die andere Partei in Schweiß ausbrechen lassen :D.

Nach dem ersten Abend wurde unser gegenseitiger Umgang schnell immer entspannter und lockerer – schnell waren sie nicht nur unsere Mittel, eine Woche schulfrei zu bekommen, sondern unsere Freunde.

Das diesjährige „Hauptthema“ unseres Austausches ist der Medienkonsum, dementsprechend waren unsere Aktivitäten auch alle darauf abgestimmt. Am Dienstag nach Hannover zu einem Workshop, am Mittwoch nach Celle ins Bomann-Museum und in die lokale Zeitung und ins Kino 8 ½, am Donnerstag ein Planspiel in der Schule und am Freitag traditionsgemäß noch in den Heidepark, das alles hat dazu beigetragen, dass wir die Medien und uns gegenseitig besser verstehen, und es hat seinen Zweck vollkommen erfüllt, obwohl das mit den Sprachen manchmal etwas holprig war J. Für die Tschechien war es denke ich erstaunlich, wie modern unsere Schule doch ist – vor Allem an IPads als normale Unterrichtsmittel waren sie überhaupt nicht gewöhnt, weshalb wir am Freitagmorgen, vor dem Heidepark also, auch noch eine kurze Einführungsstunde in den Umgang mit ihnen hatten. Mich persönlich hat es, die Medien betreffend, am meisten erstaunt, dass viele der tschechischen Schüler doch noch aktiv Facebook benutzen – sogar mehr als Snapchat usw.-, ein langsam sterbender Dinosaurier bei uns.

Nicht die Medien betreffend hat mich wirklich und ehrlich überrascht, wie wenig unsere Austauschschüler doch vorher Achterbahn gefahren sind, für meinen war es jetzt zum Beispiel das erste Mal überhaupt im Heidepark :D. Ordentlich gefeiert wurde unser Länderbündnis auch bei einer kleinen Abschlussfeier, die sich direkt nach dem Heidepark anschloss und bei der wir uns noch einmal ordentlich voneinander verabschieden konnten.

Am Tag darauf, dem Samstagmorgen, war es dann nämlich leider auch schon soweit – unsere Freunde mussten ihren langen Heimweg antreten. Und das schon ab 5 Uhr morgens, weil alle noch rechtzeitig ankommen wollten, bevor die Wahllokale für die diesjährige Wahl in Tschechien geschlossen hätten. Keiner von uns war wirklich wach :D. Trotzdem fiel uns der Abschied ziemlich schwer. Immerhin haben wir eine Woche eng mit ihnen gelebt – in unser Haus alleine zurück zu kommen war schon irgendwie komisch.

Ich glaube für alle sprechen zu können, wenn ich sage, dass wir durch diese Woche wirklich sehr viel gelernt haben und unseren Horizont definitiv ein Stück erweitern konnten – nicht nur, was das Thema der Medien betrifft. Und eine gute Sache gibt es auch noch:

Im Februar sehen wir sie in Tschechien wieder und verbringen unsererseits eine Woche dort, der Tschechienaustausch, Teil 2 :D.

von Maxine Eicker

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