Gay-Straight-Alliance – Dringend benötigt?

Wenn man an die drei größten Tabu-Themen der Gesellschaft (gleichzeitig aber auch die ausgeschlachtesten Themen der Medien) denkt, dann wären das wohl Vergewaltigung, Rechtsextremisten und Heterosexualität. Im heutigen Zeitalter, wo beinahe alle unserer Meinungen nur noch von den profitabhängigen, großen Medien bestimmt werden, neigen wir daher gerade bei diesen Themen dazu, viel zu schnell Vorurteile zu entwickeln und an diesen dann bis zum bitteren Ende festzuhalten, ohne zu sehen, dass sie vielleicht gar nicht wahr sind. Und natürlich, mit dieser Einleitung will ich gerade nicht darauf hinaus, dass in etwa Vergewaltigungen moralisch vertretbar sein sollen (sind sie nicht :D), aber wer etwas Englischkenntnis hat und den Titel verstehen konnte, kann es sich wohl schon denken.

Wie einige von euch wahrscheinlich schon anhand der IServ-Anzeige und der vielen Plakate in der Schule mitbekommen haben, findet seit dem 6. Februar jede Woche montags in der Mittagspause ein Treffen der Gay-Straight-Alliance, auch GSA abgekürzt, im Raum 116 statt. Bei einem solchen Treffen quatscht man dann in einer entspannten und humorvollen Atmosphäre über alles Mögliche rund um die verschiedenen sexuellen Orientierungen, wie zum Beispiel ihre Stellung in der Gesellschaft, über die Akzeptanz der anderen Leute, Klischees und natürlich auch noch über das berühmte Coming-Out (dramatischer Klavieranschlag bitte hier einfügen).

Nun stellt sich allerdings die Frage: Braucht man eine solche AG und hat sie überhaupt Zukunftschancen? Die Antwort darauf ist ganz einfach: Na klar. Warum? 2007 gaben 40% der befragten Männer an, dass Homosexualität sie anekele. Ist das wirklich vertretbar für ein Volk, das so viel von seiner eigenen Liberalität hält und so viel darauf aufbaut? 2017 sind die Werte zwar gefallen, aber immer noch nicht genug. Viele Leute stehen dem Thema der anderen sexuellen Orientierung immer noch kritisch gegenüber und werden nicht genug darüber aufgeklärt und aus Unwissen entsteht bekanntlich erst Furcht und dann Hass. Darum brauchen wir Leute, die sich mit solchen Themen auseinandersetzen und andere Leute darüber informieren, sei es nun aus persönlicher Erfahrung oder nicht.

Wir brauchen Leute, die ihre Zeit dafür opfern, „zwischen den Fronten“ zu vermitteln und die Wogen zu glätten, damit endlich jeder weiß, wie es wirklich ist, und damit es diese Bilder von „klischeehaften Schwulen“ oder „freizügige Lesben“ zum Beispiel nicht mehr gibt. Also ja, wir brauchen solch eine AG, die den Horizont jedes bereitwilligen Schülers selbstlos erweitern will, und das natürlich in diesem Fall noch mit Kuchen – ein weiterer, gewichtiger Grund, einmal reinzuschnuppern. Denn alles, was wir an dieser Schule jetzt noch brauchen, um den Fortschritt einzuleiten, sind die bereitwilligen Schüler.

von Maxine Eicker

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