Drewsen – Die Fabrik von nebenan

Wie es in einer Fabrik aussieht, können sich viele in unserem Alter nicht so wirklich vorstellen. Wie wird dort gearbeitet? Wie sieht es dort aus? Welche Rolle spielen die Menschen dort noch? Das alles sind Fragen, die wir uns diesbezüglich oft stellen (na ja, zumindest wenn ihr Politik-Nerds seid :D). Darum ist es doch eigentlich umso spannender, wenn man mal so eine besichtigt und dabei ein wenig etwas über die Hintergründe erfährt, oder?

Diese Frage mussten sich zumindest in der 48. Kalenderwoche alle Klassen des 9. Jahrgangs stellen, die nacheinander zu einer Drewsen-Betriebsbesichtigung gerufen wurden. Da wir dafür extra von dem Unterricht freigestellt wurden, waren natürlich alle von Anfang an Feuer und Flamme. Und, was soll ich sagen, die Angestellten von Drewsen, die uns empfangen haben, haben es auch direkt geschafft uns so viel Respekt einzuflößen, dass keiner irgendeine Dummheit beging. Schon bei der Übergabe der Warnweste und der Aussage: „Geht nur auf den gekennzeichneten Pfaden“ war dmaxine1ie Hälfte still, nachdem wir dann allerdings auch noch das Schild, auf dem die Tage seit dem letzten Unfall (nicht wirklich viele) und die Unfälle dieses Jahr insgesamt (schon ein paar mehr) festgehalten waren, waren dann alle ruhig. Nachdem wir nun so zu einem Gebäude und dort in einen Raum gegangen sind, ging unser Abenteuer dann erst richtig los. Erst bekamen wir eine etwas förmliche PowerPoint Präsentation zu den näheren Daten des Unternehmens, dank ihr wissen wir jetzt zum Beispiel, dass seit 1962 der große Turm, an den man wahrscheinlich als erstes beim Begriff „Drewsen“ denkt, gar nicht mehr in Betrieb ist. Oder das man dort sogar Ausbildungen zu interessant klingenden Berufen wie „Papiertechnologe“ werden kann. Wieder ein Beweis dafür, dass es Technologen für wirklich alles gibt. Aber nichtsdestotrotz mussten wir irgendwann dann auch einmal anfangen zu arbeiten und uns nicht nur berauschen zu lassen. In Form von Rechenaufgaben. Ja, rechnen. Meine erste Reaktion darauf war nicht gerade billigend. In Gruppen aufgeteilt sollten wir Informationsbögen bearbeiten, auf denen wir berechnen sollten, ob die Papierfabrik bestimmte Aufträge annehmen könnten. Also mit Materialangaben und Bestandteilen im Lager. Sogar mit Lieferkosten. Zu Anfang dachte ich, ich würde kotzen müssen. Aber dann hat es doch erstaunlich viel Spaß gemacht. Die ganzen Rechenwege, die man dafür brauchte, waren im Endeffekt gar nicht so schwer und mit anderen Leuten war es sogar noch lustiger, wenn jemand an einer offensichtlichen Stelle versagt hat. Nach einer kurzen Zeit war es einfach nur noch amüsant (gut, wir haben auch, wenn wir etwas nicht wussten, von Azubis Hilfe bekommen). Trotzdem waren wir erleichtert, als dieses Kapitel schließlich abgeschlossen war und unsere Führung durch die wirkliche Firma beginnen konnte. Erster Eindruck: groß. Nächster Eindruck: größer. Und zwar wirklich groß. Und laut. Trotz der Ohrstöpsel dröhnten die vielen Papiermaschinen so laut, dass wir leider kaum ein Wort davon verstehen konnten, was unser Führer uns über die Fabrik mitgeteilt hat. Aber dafür war es in den leiseren Teil der Fabrik umso interessanter (auch wenn ich, ehrlich gesagt, jetzt schon wieder die Hälfte vergessen habe) und um fair zu sein, nach der Führung hat man uns noch gefragt, ob wir irgendetwas wegen der Lautstärke nicht verstanden haben und eine weitere Erklärung benötigen. Der Höhepunkt, der uns schließlich wirklich alle von dieser Führung überzeugt hat, war aber, als man uns noch zwanzig Minuten früher herausgelassen hat. Manche Lehrer könnten sich davon ruhig mal eine Scheibe abschneiden :D. Vom Drewsen-Werk durften wir dann auch, insofern wir eine Elternbescheinigung dabei gehabt haben, direkt nachhause gehen, ein weiterer Pluspunkt, an dieser Stelle auch an die Lehrer. Also, um es zusammenzufassen, die Drewsen-Führung war sehr spannend (zumindest definitiv spannender und spaßiger als der Unterricht), passte auch top zum Politikthema „Unternehmen“ und half definitiv, um diesem trockenen und zahlenbasiertem Thema etwas mehr Leben einzuhauchen.maxine2

von Maxine Eicker

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